Ist mehr Abwechslung beim BARF automatisch besser?
Rind, Huhn, Lamm, Pferd, Ziege, Ente, Kaninchen und vielleicht noch etwas Exotisches dazu – beim BARFen entsteht schnell der Eindruck, dass möglichst viele verschiedene Fleischsorten automatisch für eine besonders ausgewogene Ernährung sorgen.
Doch mehr Abwechslung bedeutet nicht automatisch eine bessere Nährstoffversorgung.
Abwechslung ist sinnvoll – aber kein Selbstzweck
Verschiedene tierische Lebensmittel unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Eine gewisse Abwechslung kann deshalb sinnvoll sein – dafür müssen jedoch nicht ständig neue oder besonders viele Tierarten gefüttert werden.
Für eine ausgewogene Ernährung ist jedoch nicht entscheidend, möglichst viele verschiedene Tierarten zu füttern.
Viel wichtiger ist, dass die gesamte Ration sinnvoll aufgebaut ist und die unterschiedlichen Komponenten in passenden Mengen enthalten sind.
Die Anzahl der Fleischsorten entscheidet nicht über die Qualität der Ration
Viele verschiedene Fleischsorten können eine unausgewogene Ration nicht ausgleichen.
Muskelfleisch, Innereien, Fett, rohe fleischige Knochen beziehungsweise eine geeignete Alternative und weitere Bestandteile der Ration übernehmen unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Nährstoffversorgung.
Deshalb ist die Zusammensetzung der gesamten Fütterung wesentlich wichtiger als die Anzahl der verwendeten Tierarten.
Eine überschaubare, gezielt ausgewählte Anzahl geeigneter Proteinquellen reicht für eine bedarfsgerechte und abwechslungsreiche Rationsgestaltung vollkommen aus.
Abwechslung bedeutet nicht möglichst viele Tierarten
Abwechslungsreiche Fütterung wird häufig damit gleichgesetzt, möglichst viele verschiedene Tierarten anzubieten. Dabei besteht eine sinnvoll zusammengestellte BARF-Ration ohnehin aus unterschiedlichen Komponenten.
Muskelfleisch, Innereien, Fett, gegebenenfalls rohe fleischige Knochen, Fisch und pflanzliche Bestandteile bringen unterschiedliche Eigenschaften in die Ration ein.
Abwechslung entsteht deshalb nicht allein dadurch, dass ständig eine neue Tierart im Napf landet.
Warum ich Proteinquellen bewusst auswähle
Bei meinen Futterplänen beschränke ich mich bewusst auf eine überschaubare Auswahl geeigneter Proteinquellen.
Welche Fleischsorten zum Einsatz kommen, wird nicht nach dem Motto „je mehr, desto besser“ entschieden. Ich wähle gezielt geeignete Proteinquellen aus, die zum jeweiligen Hund und zur gesamten Ration passen. Eine größere Anzahl bietet nicht automatisch einen ernährungsphysiologischen Vorteil.
Dabei können unter anderem Verträglichkeit, bisherige Fütterung und individuelle Besonderheiten eine Rolle spielen.
Auch bisher nicht gefütterte Proteinquellen können zu einem späteren Zeitpunkt noch von Bedeutung sein. Deshalb müssen seltene oder exotische Fleischsorten bei einem gesunden Hund nicht vorsorglich nur der Abwechslung wegen gefüttert werden.
Und was ist mit Allergien?
Auch hier sollte nicht zu stark vereinfacht werden.
Viele verschiedene Proteinquellen verursachen nicht automatisch eine Futtermittelallergie. Umgekehrt lässt sich eine Allergie auch nicht sicher dadurch verhindern, dass möglichst wenige Lebensmittel gefüttert werden.
Die Entstehung von Futtermittelallergien und die immunologische Toleranz gegenüber Nahrungsbestandteilen sind deutlich komplexer.
Deshalb geht es nicht darum, aus Angst vor einer möglichen Allergie möglichst eintönig zu füttern.
Es gibt aber ebenso wenig einen ernährungsphysiologischen Grund, einem gesunden Hund vorsorglich jede verfügbare Proteinquelle anzubieten.
Bei Unverträglichkeiten kann weniger mehr sein
Bestehen bereits Unverträglichkeiten oder der Verdacht auf eine Futtermittelallergie, kann eine bewusst eingeschränkte Auswahl der Futtermittel notwendig sein.
In solchen Situationen wäre möglichst viel Abwechslung sogar kontraproduktiv.
Welche Komponenten geeignet sind, sollte dann individuell entschieden werden.
Mehr Auswahl macht einen Futterplan nicht automatisch besser
Gerade beim BARFen kann schnell der Eindruck entstehen, eine besonders lange Zutatenliste sei ein Zeichen für eine besonders hochwertige Fütterung.
Das ist sie nicht.
Ein guter Futterplan soll den Hund bedarfsgerecht versorgen, zu seinen individuellen Voraussetzungen passen und sich im Alltag zuverlässig umsetzen lassen.
Dafür braucht es keine möglichst große Sammlung verschiedener Tierarten.
Fazit
So viel Abwechslung wie sinnvoll – nicht so viel wie möglich.
Eine ausgewogene BARF-Ration benötigt nicht ständig neue oder möglichst viele verschiedene Proteinquellen.
Bei meinen Futterplänen wähle ich die verwendeten Proteinquellen bewusst und passend zum jeweiligen Hund aus. Dabei berücksichtige ich nicht nur die Nährstoffversorgung, sondern unter anderem auch Verträglichkeit, bisherige Fütterung und individuelle Besonderheiten.
Entscheidend für die Qualität einer BARF-Ration ist nicht die Anzahl der Fleischsorten, sondern die sinnvolle Zusammenstellung der gesamten Fütterung.
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