Franken-BARF
Individuelle Ernährungsberatung für Hunde & Katzen

BARF macht meinen Hund nicht satt?


Manche Hundehalter stellen nach der Umstellung auf BARF fest, dass ihr Hund scheinbar ständig Hunger hat, ungewöhnlich große Futtermengen benötigt oder sogar an Gewicht verliert.

Schnell entsteht der Eindruck: Von BARF wird mein Hund einfach nicht satt.

Das liegt jedoch häufig nicht an BARF selbst, sondern daran, wie die Ration zusammengestellt wurde.

Gerade wenn eine BARF-Ration ohne genaue Berechnung nach allgemeinen Prozentangaben zusammengestellt wird, kann ein wichtiger Punkt leicht übersehen werden: die Energieversorgung.


Viel Futter bedeutet nicht automatisch viel Energie

Ein großer Napf kann trotzdem vergleichsweise wenig Energie enthalten.

Ein typischer Fehler bei selbst zusammengestellten Rationen ist die Verwendung von sehr magerem Fleisch. Aus der menschlichen Ernährung kennen wir den Gedanken, dass möglichst mageres Fleisch besonders günstig sei.

Beim Hund sieht das anders aus. Fett ist ein wichtiger Energielieferant und gehört bei einer klassischen BARF-Ration bewusst zur Fütterung dazu.

Beim Muskelfleisch wird deshalb in der Regel ein Fettgehalt von etwa 15–20 % angestrebt.

Ist das verwendete Fleisch dauerhaft deutlich magerer und wird dies bei der Rationsgestaltung nicht berücksichtigt, kann der Hund trotz einer auf den ersten Blick großen Futtermenge zu wenig Energie aufnehmen.


Fett hat bei BARF eine wichtige Aufgabe

Fett liefert viel Energie und trägt außerdem zur Versorgung mit essenziellen Fettsäuren bei.

Besonders bei mageren Fleischsorten sollte deshalb nicht nur auf die Fleischmenge geschaut werden. Ist das Muskelfleisch zu mager, kann beispielsweise fettreicheres Fleisch gewählt oder die Ration gezielt mit geeignetem Fett ergänzt werden.

Bei Hunden mit einem besonders hohen Energiebedarf kann individuell auch ein höherer Fettgehalt von bis zu etwa 25 % sinnvoll sein. Dadurch lässt sich vermeiden, dass der Hund allein zur Deckung seines Energiebedarfs sehr große Futtermengen aufnehmen müsste.

Voraussetzung ist selbstverständlich, dass der Hund einen höheren Fettgehalt gut verträgt und keine gesundheitlichen Gründe dagegensprechen.


Mehr Fleisch ist nicht immer die richtige Lösung

Nimmt ein Hund ab oder scheint mit seiner Futtermenge nicht auszukommen, liegt es nahe, einfach immer mehr Fleisch zu füttern.

Das ist jedoch nicht automatisch die richtige Lösung.

Muskelfleisch liefert nicht nur Energie, sondern vor allem Protein. Fehlt der Ration hauptsächlich Energie, sollte deshalb nicht einfach die Menge an magerem Fleisch immer weiter erhöht werden.

Stattdessen muss geprüft werden, wie viel Energie der Hund tatsächlich benötigt und wie diese sinnvoll bereitgestellt werden kann.

Genau deshalb gehören Protein- und Energieversorgung bei der Rationsgestaltung zusammen.


Und was ist mit Kohlenhydraten?

Auch Kohlenhydrate können dem Hund Energie liefern.

Sie sind nicht zwingend Bestandteil einer klassischen BARF-Ration, können je nach Hund und individueller Situation aber sinnvoll eingesetzt werden.

Fett besitzt eine wesentlich höhere Energiedichte als Kohlenhydrate. Um die gleiche Energiemenge bereitzustellen, wird von kohlenhydratreichen Zutaten deshalb ein größeres Volumen benötigt.

Welche Energieträger sinnvoll sind, sollte nicht pauschal entschieden werden, sondern zur gesamten Ration und zum jeweiligen Hund passen.


Satt sein und ausreichend versorgt sein sind nicht dasselbe

Ein Hund, der nach dem Fressen noch erwartungsvoll vor dem Napf steht, hat nicht zwangsläufig einen Energiemangel.

Appetit und Fressverhalten sind individuell sehr unterschiedlich. Manche Hunde würden vermutlich auch nach der doppelten Portion noch behaupten, seit Tagen nichts bekommen zu haben.

Deshalb sollte die Futtermenge nicht allein danach bestimmt werden, ob ein Hund noch etwas fressen würde.

Entscheidend sind unter anderem Gewichtsentwicklung, Körperzustand, Aktivität, Alter, Kastrationsstatus und der individuelle Energiebedarf.

Eine passend berechnete Ration berücksichtigt genau diese Faktoren.


Wenn ein Hund trotz großer Futtermengen abnimmt

Benötigt ein Hund ungewöhnlich große Futtermengen, hält sein Gewicht trotzdem nicht oder nimmt sogar ab, sollte die Ration überprüft werden.

Ist genügend Energie enthalten? Ist das verwendete Fleisch möglicherweise zu mager? Passt die Futtermenge tatsächlich zum Energiebedarf des Hundes? Werden besondere Aktivitäten ausreichend berücksichtigt?

Besteht trotz einer passend zusammengestellten und ausreichend energiereichen Ration weiterhin eine auffällige Gewichtsabnahme oder ein ungewöhnlich starker Hunger, sollte tierärztlich abgeklärt werden, ob eine gesundheitliche Ursache dahintersteckt.


Nicht jeder Hund verträgt viel Fett

Auch das gehört zu einer individuellen Rationsgestaltung.

Bei bestimmten Erkrankungen kann eine fettreiche Ernährung ungeeignet sein oder der Fettgehalt muss entsprechend angepasst werden. Das betrifft beispielsweise bestimmte Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Situationen, in denen die Fettverdauung eingeschränkt ist.

Die Lösung lautet deshalb nicht pauschal: „Der Hund hat Hunger – also einfach mehr Fett.“

Die Energieversorgung muss immer zum jeweiligen Hund passen.


Genau deshalb wird ein Futterplan individuell berechnet

Pauschale Angaben wie „Der Hund bekommt zwei oder drei Prozent seines Körpergewichts“ können eine erste Orientierung geben. Sie sagen aber noch nicht, ob die daraus zusammengestellte Ration tatsächlich zum Energiebedarf dieses Hundes passt.

Zwei Hunde mit gleichem Gewicht können aufgrund von Alter, Aktivität, Körperzustand, Kastrationsstatus und weiteren individuellen Faktoren einen unterschiedlichen Energiebedarf haben.

Bei meinen Futterplänen wird deshalb nicht einfach nur eine bestimmte Futtermenge anhand des Körpergewichts vorgegeben. Die Zusammensetzung der Ration und die Energieversorgung werden passend zum jeweiligen Hund geplant.

Genau dadurch soll vermieden werden, dass immer größere Mengen mageres Fleisch im Napf landen, obwohl eigentlich die Zusammensetzung der Ration angepasst werden müsste.


Das gilt nicht nur für BARF

Die richtige Energieversorgung spielt ebenso bei selbst gekochten Rationen oder Futterplänen auf Basis von Reinfleischdosen eine Rolle.

Auch dort kann eine große Futtermenge vergleichsweise wenig Energie liefern, wenn die Zusammensetzung nicht zum Hund passt.

Umgekehrt benötigt ein Hund mit niedrigem Energiebedarf möglicherweise deutlich weniger Futter als erwartet.

Entscheidend ist deshalb bei jeder individuell zusammengestellten Fütterung die gesamte Ration.


Fazit

BARF macht einen Hund nicht grundsätzlich weniger satt als andere Fütterungsformen.

Wenn ein Hund bei einer selbst zusammengestellten BARF-Ration dauerhaft enorme Futtermengen benötigt oder trotz großer Portionen Gewicht verliert, sollte deshalb nicht einfach immer mehr Fleisch gefüttert werden.

Häufig lohnt sich zunächst ein genauer Blick auf die Zusammensetzung und insbesondere auf die Energieversorgung.

Bei einer klassischen BARF-Ration wird beim Muskelfleisch in der Regel ein Fettgehalt von etwa 15–20 % angestrebt. Bei entsprechend hohem Energiebedarf und guter Verträglichkeit kann individuell auch ein höherer Fettgehalt sinnvoll sein.

Bei einem individuell erstellten Futterplan werden Futtermenge, Zusammensetzung und Energieversorgung gemeinsam betrachtet und an den jeweiligen Hund angepasst.

Denn entscheidend ist nicht, wie voll der Napf aussieht, sondern ob die Ration tatsächlich zu dem Hund passt.



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