Franken-BARF
Individuelle Ernährungsberatung für Hunde & Katzen

Zu viel Fleisch = zu viel Eiweiß?


Beim BARFen wird ein großer Teil der Ration aus tierischen Komponenten zusammengestellt. Deshalb hält sich hartnäckig die Behauptung, BARF enthalte automatisch zu viel Eiweiß und könne dadurch Leber und Nieren schädigen.

Doch so einfach ist es nicht.


Fleisch ist nicht gleich Eiweiß

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, die gefütterte Fleischmenge mit der aufgenommenen Eiweißmenge gleichzusetzen.

Fleisch besteht jedoch nicht ausschließlich aus Eiweiß, sondern zu einem großen Teil aus Wasser und – abhängig von Fleischsorte, Teilstück und Fettgehalt – aus unterschiedlichen Anteilen an Protein und Fett.

Auch eine ausgewogene BARF-Ration besteht nicht einfach nur aus großen Mengen Muskelfleisch. Sie setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die gemeinsam betrachtet werden müssen.


Entscheidend ist die gesamte Ration

Ob ein Hund bedarfsgerecht mit Eiweiß versorgt wird, lässt sich deshalb nicht allein daran erkennen, wie viel Fleisch im Napf liegt.

Entscheidend sind die Zusammensetzung der gesamten Ration, der individuelle Bedarf des Hundes und eine ausreichende Energieversorgung.

Gerade der Fettgehalt der verwendeten Fleischsorten spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine sehr magere Ration liefert im Verhältnis zur enthaltenen Energie mehr Protein als eine entsprechend zusammengestellte Ration mit ausreichendem Fettgehalt.

Steht dem Körper nicht genügend Energie zur Verfügung, kann Protein außerdem verstärkt zur Energiegewinnung genutzt werden.

Eine fachgerechte Rationsgestaltung betrachtet deshalb niemals nur den Fleisch- oder Eiweißanteil isoliert.


BARF bedeutet nicht reine Fleischfütterung

Einem Hund einfach möglichst viel mageres Muskelfleisch zu füttern, entspricht keiner ausgewogenen BARF-Fütterung.

Bei einer bedarfsgerecht zusammengestellten BARF-Ration werden die unterschiedlichen Komponenten, deren Mengenverhältnisse und die Energieversorgung auf den jeweiligen Hund abgestimmt.

Ein hoher Anteil tierischer Komponenten bedeutet deshalb nicht automatisch eine zu hohe Eiweißversorgung.

Auch die pauschale Aussage, BARF sei grundsätzlich eiweißreicher als Fertigfutter, lässt sich so nicht treffen. Entscheidend ist immer, was über die gesamte Tagesration tatsächlich aufgenommen wird.


Und was ist mit Leber und Nieren?

Auch hier muss differenziert werden.

Bei einem gesunden Hund bedeutet eine höhere Eiweißaufnahme nicht automatisch, dass dadurch Leber oder Nieren geschädigt werden.

Anders kann die Situation bei bereits bestehenden Erkrankungen aussehen. Insbesondere bei Nieren- oder Lebererkrankungen können besondere Anforderungen an die Ernährung bestehen. Die Ration muss dann individuell an die Erkrankung, deren Ausprägung und den jeweiligen Hund angepasst werden.

Eine für einen gesunden Hund geeignete Fütterung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf einen erkrankten Hund übertragen.


Fazit:

Viel Fleisch bedeutet nicht automatisch zu viel Eiweiß.

Eine fachgerecht zusammengestellte BARF-Ration führt bei einem gesunden Hund nicht allein aufgrund ihres Fleischanteils automatisch zu einer problematischen Eiweißversorgung.

Entscheidend ist die gesamte Zusammensetzung der Ration – einschließlich einer zum Hund passenden Energie- und Nährstoffversorgung.

BARF bedeutet eben nicht, einfach möglichst viel Fleisch in den Napf zu geben.


Quelle / weiterführende Literatur:
Meyer, H. / Zentek, J.: Ernährung des Hundes



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